„Gesundheit ist ein Menschenrecht“, sagt Luise Jähne. Damit Menschen in Not medizinische Versorgung erhalten, leistet die Hebamme Hilfe auch im Konfliktgebiet – Ein Beitrag von  Ärzte ohne Grenzen

Icon Ziel 3 der globalen Nachhaltigkeitsziele - Gesundheit und Wohlergehen

„Nach Jahren der Kämpfe gibt es im Südsudan kaum intakte Krankenhäuser“, erzählt die Hebamme nach ihrer Rückkehr aus dem Bürgerkriegsland im Oktober 2018. Sie half dort Frauen, ihre Kinder gesund zur Welt zu bringen. Die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit ist Ärzte ohne Grenzen ein wichtiges Anliegen. „Unsere Patientinnen laufen sehr weite Wege zu uns, so wie zum Beispiel Deborah Nyawich, die drei Stunden bis zu uns ins Gesundheitszentrum lief. Das ist absolut nicht ideal, wenn du Schmerzen und Wehen hast“, so Jähne.

Ein Unterziel des Nachhaltigkeitsziels 3 ist es, bis 2030 die Neugeborenensterblichkeit weltweit signifikant zu senken: auf weniger als zwölf Todesfälle bei 1.000 Geburten.

„Als Deborahs Baby zur Welt kam, mussten wir es fünfzehn Minuten reanimieren. Einen Tag später konnten Mutter und Baby gesund unser Behandlungszelt verlassen. Es sind Momente wie dieser, weshalb ich diesen Job mache. Es sollte keine Rolle spielen, ob ich im Südsudan geboren werde oder in Deutschland“, so Jähne. „Im Team dazu beizutragen, dass Frauen und Säuglinge bessere Überlebenschancen haben, macht mich stolz und froh.“

Hebamme Luise Jähne während ihres Einsatzes im Südsudan © MSF

In Notsituationen wie Kriegen oder Epidemien legt Ärzte ohne Grenzen spezielles Augenmerk auf Risikogruppen, die besonders gefährdet sind, weil ihr Immunsystem schwächer ist und sie sich folglich schneller anstecken – so wie Schwangere und Kinder unter fünf Jahren. Wenn aufgrund der Not eine mangelhafte Ernährung hinzukommt, können ihre Körper das deutlich schlechter kompensieren.

Das Ziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen – darf nicht an Ländergrenzen oder am Zugang zu Konfliktgebieten scheitern: Das ist das Selbstverständnis von Ärzte ohne Grenzen.

„In mehr als 440 Projekten in rund 70 Ländern sind unsere Teams weltweit aktiv“, sagt Barbara Gerold-Wolke, Leiterin der Spendenabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. „In Konfliktgebieten wie im Südsudan ist es wichtig, dass wir unabhängig sind. Nur so können wir außerhalb des Konfliktes stehen und Nothilfe leisten. Deshalb nehmen wir in Deutschland keine staatlichen Gelder an. Wir finanzieren unsere Hilfe durch private Spenderinnen und Spender – jede Spende macht uns stark.“

Ärzte ohne Grenzen fragt seine Patientinnen und Patienten nicht nach politischer Überzeugung, ethnischer Herkunft oder Religionszugehörigkeit: Jeder hat den Anspruch auf ein gesundes Leben.

Mitmachen: Sie können sich für Gesundheit weltweit einsetzen. Mehr über unsere Arbeit unter:

Headerbild : © Sarah Pierre/MSF