Was ist Recycling?

Recycling ist der Prozess des Sammelns und Aufbereitens von Materialien und deren Umwandlung in neue Produkte, die ansonsten in den Müll geworfen würden. Aus Alt mach Neu! „Cycle“ ist das englische Wort für „Kreis“. Re-cyceln heißt also: Etwas wieder in den Kreislauf bringen.

Täglich werden Unmengen verschiedenster Rohstoffe, wie zum Beispiel Kohle, Metalle, Erdöl oder Holz, benötigt, um daraus die unterschiedlichsten Dinge herzustellen für den globalen täglichen Konsum herzustellen. Dass Rohstoffe jedoch nur begrenzt vorhanden sind, ist hinläglich bekannt. Beim Recycling geht es also darum, in Müllanlagen die wiederverwertbaren Abfälle durch unterschiedliche Verfahren in neue Rohstoffe zu verwandeln. So entsteht ein Kreislauf, der Natur und Umwelt schont.

© Jasmin Sessler / unsplash

Was kann recyclet werden?

Zu den üblicherweise recycelten Materialien gehören Altpapier und -pappe, Kunststoff, Metall, Holz, Stoffmaterial, Ziegelsteine sowie elektronische Geräte. Der Umfang des Recyclings und die Kosteneffizienz hängen von der in einem Land vorhandenen Infrastruktur ab.

In einigen Fällen behindern die mit dem Recycling verbundenen überhöhten Kostenen den Prozess. Während Kunststoff und Glas an den meisten Orten vor Ort recycelt werden können, muss Elektroschrott gesammelt, transportiert und wiederaufbereitet werden, was letztlich die Kosten erhöht. Das liegt daran, dass diese Geräte eine Vielzahl von Rohmaterialien wie Metalle und verschiedene Kunststoffe enthalten. Diese werden von speziellen WErtstoffhändlern getrennt und dem Kreislauf zurückgeführt.

Die Deutschen sind Mülltrenn-Weltmeister

Während früher praktisch alles auf Deponien landete, geht es heute darum, Wiederverwertbares auszusortieren, so sehen es die Gesetze in Deutschland vor. Und Deutschland liegt mit über 50 % recycletem Müll weltweit an der Spitze.

Es gibt Müll, der nicht recyclingfähig ist, den nennt man Restmüll, z.B. Windeln oder Staubsaugerbeutel. Und dann gibt es den Müll, der wieder aufbereitet werden kann: leere Joghurtbecher oder Milchpackungen, alte Zeitungen und Papier oder alles, was aus Glas ist. In Deutschland hat heute fast jeder Zugang zu den sogenannten Wertstofftonnen, zu Glascontainern oder Altpapiercontainern. Seit einigen Jahren sind zur Mülltrennung auch noch die Biomülltonnen hinzugekommen. Dabei geht es jedoch nicht um Recycling, sondern um die Gewinnung von Energie.

Wiederverwendbare Becher und Flaschen gegen den Take-Away-Wegwerf-Wahnsinn ©Globelet Reusable / Unsplash

Recycling von Glas und Papier

Das gesammelte Glas aus den Containern kann immer wieder eingeschmolzen werden und neues Glas wird daraus hergestellt. Das kostet sogar weniger Energie, als Glas ganz neu herzustellen.

Bei Altpapier ist es ähnlich: Fast zwei Drittel aller Papierprodukte in Deutschland (z.B. Verpackungen, Toilettenpapier, Druckerpapier) werden aus Altpapier hergestellt. Auch hierfür wird Energie verbraucht, aber wesentlich weniger, als wenn Papier aus Holzfasern neu hergestellt wird.

Kunststoff-Recycling – Technologie trennt Plastik

Das gesammelte Plastik wird in Deutschland in hochmodernen Sortieranlagen mithilfe verschiedener physikalischer Verfahren getrennt. So gibt es beispielsweise Siebtrommeln, die den auf Bändern transportierten Materialstrom in kleinere und größere Verpackungen aufteilen. Folien wiederum werden abgesaugt, ein Magnet zieht alte Dosen aus Weißblech an sich, später wird diese Menge zu Quadern gepresst.

Dann gibt es auch eine Maschine, die Alumium (Dosen, Tuben etc.) aussortiert und sie buchstäblich vom Band abstößt und in einen separaten Behälter befördert. Doch damit nicht genug: Ingenieure haben auch Trenntechnologien entwickelt, die über Nah-Infrarot unterschiedliche Verpackungsmaterialien an deren reflektierendem Lichtspektrum erkennen. Damit werden  unterschiedliche Kunststoffe (z.B. PET, PE, PS) sortenrein getrennt und können weiterverarbeitet werden.

Einige interessante Fakten zum Recycling

  • Eine einzelne Glühbirne kann bis zu vier Stunden lang mit der Energie betrieben werden, die durch eine recycelte Glasflasche eingespart wird.
  • Nur 9% der anfallenden Kunststoffabfälle werden derzeit recycelt. Die restlichen 91% landen auf unseren Mülldeponien oder in den Ozeanen.
  • Deutschland hat die beste Recyclingrate der Welt und recycelt mehr als 50% seiner Siedlungsabfälle.
  • Amerikaner werfen jedes Jahr etwa 28 Milliarden Plastikflaschen und -becher weg (Quelle)

5 Wege, wie sich jede/r einbringen kann

1) Sich regelmäßig informieren – Das EU-Konjunkturprogramm und der Green Deal für ein "besseres Zurückbauen" nach der COVID-19-Pandemie enthält Bestimmungen, die Abfallentsorgungsunternehmen darin unterstützen sollen, eine Kreislaufwirtschaft in ganz Europa zu erreichen. Wie setzen die Länder die Maßnahmen um? Wie geht das Abkommen weiter? Diskutieren Sie mit Gleichgesinnten, um Informationen zu verbreiten.

2) Sich selbst herausfordern – Es gibt viele laufende Challenges, an denen jeder digital teilnehmen kann. Sie werden von verschiedenen Organisationen und Plattformen veranstaltet und ermutigen, alltägliche Produkte wie Konservendosen (5 Cans Challenge oder Take 3 for the sea) zu recyceln oder um Energie zu sparen.

3) Mehrwegprodukte kaufen - Seien es aufladbare Batterie, die bis zu 10 Jahre lang halten, oder eine Plastikflasche, die bis zu 10 Mal recycelt werden kann – die entscheidenden Infos stehen auf der Verpackung. Jene Marken unterstützen, die das Recycling ernst nehmen.

4) Den eigenen Verbrauch reduzieren - Recycling und Mülltrennung sind sehr wichtig, aber wirklich effizient ist es, dem Kreislauf nicht immer wieder neue Produkte hinzuzufügen. Oder anders gesagt: weniger zu verbrauchen! Darum: mehr Second Hand kaufen, Dinge leihen oder teilen, Sachen länger nutzen und vielleicht einfach mal den minimalistischen Lebensstil ausprobieren.

5) Kreativ werden - Dosen werden zu Stifthaltern, alte Schuhe zur Heimat für Kakteen, aus alten Kleidern werden neue Kissenbezüge. Das Internet ist voller toller DIY-Ideen. Wir haben eine Website (englisch) mit über 1000 Ideen gefunden, was man aus vermeintlichem Müll  selber machen kann.

Headerbild: Martijn Baudoin/unsplash