Wie kann die Wende in Ernährung und Landwirtschaft gelingen? Dieser Frage sind wir nachgegangen und freuen uns, dass wir so viele junge Sozialunternehmen gefunden haben, die sich dafür stark machen und die den so dringend notwenigen Wandel in diesem Sektor mit vorantreiben. Ein Überblick:

© Illustration: Janek van Lessen

Das bewährte Prinzip der Biokisten weitergedacht: mit neuen digitalen Plattformen und Apps jetzt einfach und direkt bei regionalen Erzeugern einkaufen. Zu fairen Bedingungen für die, die Lebensmittel erzeugen. Hofly liefert die zuvor per App ausgewählten Waren direkt vom Wunschbauernhof nach Hause. Bei Marktschwärmer bestellt und bezahlt man auch online, holt dann aber die Ware in der nächsten Schwärmerei ab und lernt gleich noch die Erzeuger kennen. Und wem das nicht reicht: Crowdfarming vergibt Patenschaften für einen Baum, ein Tier oder einen Garten. Im Gegenzug gibt es zum Beispiel Olivenöl für Olivenbaumpaten oder Käse im Fall einer Ziegen-Patenschaft.


© Illustration: Janek van Lessen

Tolle Konzepte gegen Massentierhaltung und für richtig gutes Fleisch aus respektvoller Tierhaltung: Darum geht es sowohl Besserfleisch mit ihrem Motto „Cow-Sharing“, als auch Meine kleine Farm und Kauf ne Kuh (übrigens auch für Schwein, Gans und Huhn). Das Prinzip aller: Es gibt unterschiedliche Pakete, die über die Websites bestellt werden können. Erst wenn alles vom Tier verkauft ist, wird es geschlachtet. Zuvor dürfen die Tiere ohne Kraftfutter oder Antibiotika und mit viel Auslauf auf grünen Wiesen heranwachsen – bei Bauern, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt und die dafür faire Preise bekommen.

Auch der Leipziger Künstler Hartmut Kiewert appelliert mit seiner Kunst an eine neue Sichtweise auf Nutztiere – mit großen Utopien in Öl. Hier gehts zum Beitrag.


© Illustration: Janek van Lessen

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Brot und Backwaren sind mit 1,7 Millionen Tonnen Spitzenreiter. Eine Initiative aus Erfurt wollte das ändern und rief Yesternday ins Leben. Der Name ist Programm: Es gibt ausschließlich Backwaren vom Vortag. Die Gewinne werden sozialen Projekten gespendet. Rund 250 Kilometer weiter westlich geht es auch um die Rettung von Brot. Vier Jungs brauen in Frankfurt am Main das erste Brotbier aus den viel zu oft weggeschmissenen Endstücken von Brotlaiben – auf Hessisch „Knärzje“. So heißt dann auch das Bier des Start-ups Knärzje!


© Illustration: Janek van Lessen

Fast ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen werden der Landwirtschaft zugeschrieben. Die Initiative Embauerment will das ändern und konventionelle landwirtschaftliche Betriebe in ökologische transformieren. Dazu setzt sie auf die Crowd also auf uns alle. Unser Engagement für die Landwirtschaft ist gefragt! Auch den Initiatoren von Carbonfarmed geht es um die Zukunft nachhaltiger Lebensmittelproduktion. Carbon Farming ist eine klimafreundliche Form der Landwirtschaft, die Böden regeneriert und mit der sich jährlich große Mengen an CO2 in Böden und Vegetation speichern lassen. Das macht Carbon Farming zu einer der wirksamsten Lösungen der Klimakrise.


© Illustration: Janek van Lessen

Selbst mitentscheiden können, wie Produkte hergestellt werden und was sie kosten – Du bist hier der Chef macht’s möglich! Beispiel Milch: Soll sie in Bioqualität sein? Wie soll die Kuh gefüttert werden? Was darf der Liter maximal kosten? Insgesamt acht Kriterien stehen zur Wahl, die jeweils auch mit einem Preis versehen sind – das ist transparent und lehrreich zugleich. Die gewählten Produkte erkennt man beim Kauf im Markt am Logo der Initiative und dem Hinweis „von Verbrauchern gewählt“.

Die Idee kommt aus Frankreich, wo schon 35 Produkte auf den Markt gebracht wurden. In Deutschland gibt es bereits die Verbrauchermilch. Butter, Eier und Kartoffeln kommen auch bald.