Mit jedem Kilometer mehr Bewusstsein schaffen

Sie läuft durch Wüsten und Schnee, bei Hitze und Regen, durch Europa, Indien und China, den Mittleren Osten, Nordamerika, Südafrika. Und noch viel weiter. Mit ihrer so verrückten wie aufmerksamkeitsstarken Initiative #runningdry inspiriert die Ultradistanzläuferin Mina Guli Menschen auf der ganzen Welt, mitzulaufen und bewusster mit der knappen Ressource Wasser umzugehen. Für ihr Wirken wurde sie 2016 vom Magazin Fortune zu einer der 50 global einflussreichsten Persönlichkeiten gewählt. 2019 war sie nominiert für den SDG Action Award, der von der UN SDG Action Campaign verliehen wird.

Usbekistan, Schiffsfriedhof nahe Muynak - in den 70er Jahren gab es hier noch den Aralsee, der heute zu 90 Prozent ausgetrocknet ist

Wasser ist für Mina zum Lebensinhalt geworden. 2012 gründete sie Thirst. Die Initiative klärt junge Konsumenten über „unsichtbares Wasser“ auf, das in Kleidung, Konsumgütern und Nahrungsmitteln steckt. In China arbeitet Thirst mit über 1.000 Schulen zusammen und rund 1,4 Millionen junge Chinesen haben in Thirst-Bildungsprogrammen gelernt, dass ihr eigenes Konsumverhalten Auswirkungen hat.

Globales Interesse für Wasserknappheit wecken

Um global noch mehr Interesse zu erzeugen, setzte sich Guli selbst medienwirksame läuferische Herausforderungen.

  • 2016 lief sie 1.688 Kilometer durch sieben Wüsten in sieben Wochen.
  • 2017 waren es 40 Marathons in 40 Tagen auf sechs Kontinenten.

„Bei meinen Läufen begegnen mir viele Menschen, die schon heute unter Wassermangel leiden“, erklärt die Aktivistin. Ihnen zu helfen ist ihr Antrieb.

  • 2018 rief sie schließlich #runningdry ins Leben, auch dies mit einem atemberaubenden Ziel: 100 Marathons in 100 Tagen zu laufen. Beim 62. Marathon brach sie sich das Bein, aber da hatte sich die Bewegung schon so verselbständigt, dass die Community – zu Minas Überraschung – für sie weitermachte und zurückgelegte Kilometer auf der Plattform #RunningDry spendete.

Und weil alles so gut lief, hieß es dann: 100 Marathons in einem Tag – gemeinsam und überall auf der Welt. Dabei übertrafen sich die Wasserläufer selbst, denn am Ende waren es sogar 201 Marathons. „Wenn solche Leistungen möglich sind, dann können wir auch unsere Lebensweise ändern, um die weltweite Wasserkrise in den Griff zu bekommen“, ist sich Mina sicher.

Corona-Zeiten und die Hygiene

Ihre neueste Aktion #sweat4soap, die sie nach mehr als einem halben Jahr unter Corona-Bedingungen ins Leben gerufen hat: Laufen für Seife. Denn längst ist es nicht überall auf der Welt selbstverständlich, dass Menschen den grundlegendsten Regeln der Virusbekämpfung nachkommen können: Hände waschen! ein Drittelder Weltbevölkerung hat weder Wasser noch Seife zuhause. Vom 9. bis 17. wurde für jeden gelaufenen oder gegangenen Kilometer ein Stück Seife gespendet.

Mitmachen:

Second-Hand-Kleidung kaufen, und weniger Lebensmittel wegwerfen, denn die Herstellung von Kleidung und Nahrung verschlingt Unmengen an Wasser. Andere Menschen auf die globale Wasserkrise aufmerksam machen. www.minaguli.com

Und vielleicht ja sogar die eigenen gelaufenen Kilometer bei der nächsten Challenge von Mina Guli direkt an sie spenden!

Bilder: © Mina Guli