Die Australierin Mina Guli macht mit spektakulären Läufen auf die weltweite Wasserknappheit aufmerksam – und hat eine globale Bewegung initiiert

Icon Ziel 6 der globalen Nachhaltigkeitsziele - Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Text: Stephanie Eichler

Usbekistan, Schiffsfriedhof nahe Muynak - in den 70er Jahren gab es hier noch den Aralsee, der heute zu 90 Prozent ausgetrocknet ist

Sie läuft durch Wüsten und Schnee, bei Hitze und Regen, durch Europa, Indien und China, den Mittleren Osten, Nordamerika, Südafrika. Und noch viel weiter. Mit ihrer so verrückten wie aufmerksamkeitsstarken Initiative #RunningDry inspiriert die Ultradistanzläuferin Mina Guli Menschen auf der ganzen Welt, mitzulaufen und bewusster mit der knappen Ressource Wasser umzugehen. Für ihr Wirken wurde sie 2016 vom Magazin Fortune zu einer der 50 global einflussreichsten Persönlichkeiten gewählt.

Wasser ist für Mina zum Lebensinhalt geworden. 2012 gründete sie Thirst. Die Initiative klärt junge Konsumenten über „unsichtbares Wasser“ auf, das in Kleidung, Konsumgütern und Nahrungsmitteln steckt. In China arbeitet Thirst mit über 1.000 Schulen zusammen und rund 1,4 Millionen junge Chinesen haben in Thirst-Bildungsprogrammen gelernt, dass ihr eigenes Konsumverhalten Auswirkungen hat.

Um global noch mehr Interesse zu erzeugen, setzte sich Guli selbst medienwirksame läuferische Herausforderungen.

  • 2016 lief sie 1.688 Kilometer durch sieben Wüsten in sieben Wochen.
  • 2017 waren es 40 Marathons in 40 Tagen auf sechs Kontinenten.

„Bei meinen Läufen begegnen mir viele Menschen, die schon heute unter Wassermangel leiden“, erklärt die Aktivistin. Ihnen zu helfen ist ihr Antrieb.

  • 2018 rief sie schließlich #runningdry ins Leben, auch dies mit einem atemberaubenden Ziel: 100 Marathons in 100 Tagen zu laufen. Beim 62. Marathon brach sie sich das Bein, aber da hatte sich die Bewegung schon so verselbständigt, dass die Community – zu Minas Überraschung – für sie weitermachte und zurückgelegte Kilometer auf der Plattform #RunningDry spendete.

Und weil alles so gut lief, hieß es dann: 100 Marathons in einem Tag – gemeinsam und überall auf der Welt. Dabei übertrafen sich die Wasserläufer selbst, denn am Ende waren es sogar 201 Marathons. „Wenn solche Leistungen möglich sind, dann können wir auch unsere Lebensweise ändern, um die weltweite Wasserkrise in den Griff zu bekommen“, ist sich Mina sicher.

Mitmachen: Second-Hand-Kleidung kaufen, und weniger Lebensmittel wegwerfen, denn die Herstellung von Kleidung und Nahrung verschlingt Unmengen an Wasser. Andere Menschen auf die globale Wasserkrise aufmerksam machen. www.minaguli.com

Bilder: © Mina Guli