Die globale Temperatur der Erde ist seit den 1880er Jahren um 1°C angestiegen, wobei 19 der 20 wärmsten jemals aufgezeichneten Jahre seit 2001 stattgefunden haben. Global traten die fünf wärmsten Jahre seit Beobachtungsbeginn 1880 in direkter Folge auf: 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019.

Die Erde heizt sich schneller auf als je zuvor, und die riesigen Mengen an CO2 und anderen Treibhausgasen, die durch menschliches Handeln freigesetzt werden, tragen dazu bei, die globalen Temperaturen in die Höhe zu treiben. Der Klimawandel hat eine Reihe von Kettenreaktionen ausgelöst, die die Umwelt und das menschliche Leben beeinflussen.

Auswirkungen des Klimawandels

Es ist viel darüber gesprochen worden, wie der Klimawandel Veränderungen der Wettermuster in Ländern verursacht hat. Und es wurde wissenschaftlich bestätigt, dass die klimabedingten Wetterextreme zugenommen haben, was zu vermehrten Überschwemmungen, Dürren und extremen Temperaturereignissen geführt hat. Während die Meeresspiegel durch schmelzende Gletscher und Eiskappen ansteigen, trocknen Seen und Flüsse aufgrund längerer, heißerer Sommer aus. Und ein großer Teil dieser Veränderungen wirkt sich negativ auf die biologische Vielfalt in den Gewässern sowie an Land – insbesondere auf unsere Wälder – aus.

Der WWF erklärt in diesem Video, wie die Gesundheit der Menschen von der Gesundheit der Ökosysteme abhängt (Videao auf englisch)

Bedeutung des Klimawandels für die Wälder

Anzahl, Häufigkeit und Schwere von Waldbränden haben in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen und immer mehr Hektar Waldfläche fallen ihnen zum Opfer. Wochenlange Brände wie in Kalifornien, den brasilianischen Urwäldern oder in Australien sind nur die bekanntesten Ereignisse. Invasive Arten, überproportionale Vermehrung einzelner Insekten, wie etwa dem Borkenkäfer, oder schwere Stürme schwächen die Bäume zusätzlich und wirken sich negativ auf die Gesundheit der Wälder aus und zerstören natürliche Lebensräume.


Bäume sind Lebewesen, die langsam wachsen, und daher wirken sich veränderte Klimamuster und veränderte Lebensbedingungen negativ auf ihre Entwicklung aus. Die Wachstumsbedingungen für Bäume wie Eiche, Fichte und Kiefer haben sich verschlechtert, was zu ihrer Schwächung und einer verminderten Fähigkeit beiträgt, sich gegen Angriffe von Insekten und Käfern zu wehren. Im Jahr 2018 hatten die Förster in ganz Deutschland mit der größten Borkenkäferplage seit dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen.


Die Bedeutung der Wälder kann kaum überbetont werden. Sie ermöglichen nicht nur das Leben auf der Erde, indem sie alle anderen Lebewesen mit Sauerstoff versorgen, sondern sind auch der Schlüssel zur Kontrolle von Klimaveränderungen. Sie beeinflussen Temperaturen und Niederschläge und reinigen die Luft durch Aufnahme von CO2. Wälder sind die Heimat von 80% der terrestrischen Biodiversität der Welt. Mit dem Erhalt der weltweiten Waldbestände geht es also darum, gut funktioniere und koexistierende Ökosysteme in den Wäldern zu bewahren und dem Artensterben entgegenzuwirken.

Wie wirken Wälder gegen den Klimawandel?

Bäume fangen Kohlendioxid ein und speichern es über Jahrhunderte in ihren Blättern, Stämmen und Rinden, so dass der Kohlenstoff nicht in die Erdatmosphäre freigesetzt wird. Etwa 2,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid – ein Drittel des gesamten CO2, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird – werden jedes Jahr von den Wäldern absorbiert (Quelle). Auf diese Weise regulieren Wälder die Temperatur.


In Deutschland geht es darum, die oft als Monokulturen angelegten Wälder (z.B. Kiefern, Fichten) in klimaangepasste Mischwälder mit vielen verschiedenen, vorwiegend einheimischen Baumarten wie Hainbuche, Eiche, Wildkirsche oder Ahorn zu verwandeln. Eine grosse Vielfalt angepasster Baumarten ermöglicht das Wachstum anderer Bäume, so dass zumindest einige wenige Arten überleben und mit den Unsicherheiten zukünftiger Klimabedingungen zurechtkommen können.


Erhaltung der Wälder in Deutschland

Die Waldstrategie 2020 in Deutschland – eine Strategie, die die Doppelfunktion der Wälder sowohl als Naturraum als auch als Wirtschaftsraum anerkennt – nennt neun Aktionsbereiche

  • Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel
  • Vermögen, Arbeit und Einkommen
  • Rohstoffe, Nutzung und Effizienz
  • Biodiversität und Waldschutz
  • Waldbau
  • Jagd
  • Bodenschutz und Wasserwirtschaft
  • Erholung, Gesundheit und Tourismus
  • Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Forschung

Die Strategie erkennt auch die Herausforderungen bei der Herstellung eines Gleichgewichts zwischen der steigenden Nachfrage nach Waldprodukten und nachhaltigen Nutzungspraktiken und zeigt mögliche Lösungen auf, um diese zu bewältigen. Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat zwei Milliarden Euro für mehr als 200 Forstinitiativen zugesagt und ist einer der weltweit größten Geber für den Umweltschutz.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Mitmachen

  • Sich wieder mehr mit der Natur verbinden: Mit Familie und Freunden Ausflüge in die Natur unternehmen, durchatmen in frischer Luft, so zu mehr Ruhe und Gelassenheit kommen – das alles geht im Wald bestens! Durch die engere Beziehung zur Natur und deren Wertschätzung sind Menschen eher bereit, sich für deren Schutz engagieren
  • Einen Baum adoptieren: Verschiedene Organisationen machen es inzwischen möglich, dass sich jeder durch die Adoption von Bäumen mit geringem finanziellem Aufwand für den Umweltschutz engagieren kann.
    Organisationen wie conservamos, plant-for-the-planet oder arbio unterstützen und deren vielfältige Möglichkeiten nutzen, sich für Bäume einzusetzen (z.B. Geschenkgutscheine, Patenschaften und vieles mehr)
  • An Umweltschutz-Kampagnen teilnehmen: Unser besonderer Favorit ist die Billionen-Baum-Kampagne von plant-for-the-planet, mit der ihr Gründer Felix Finkbeiner (hier gehts zum Interview mit Felix) gemeinsam mit einem globalen Netzwerk die Welt dazu motiviert, in den nächsten 30 Jahren 1 Billion Bäume zu pflanzen
  • Headerbild: Sergei Akulich, Unsplash